Informationen für Besucher
- Etwa 120 Meter nördlich des Tempeleingangs befindet sich ein Bus- und PKW-Parkplatz.
- Toiletten befinden sich auf dem Gelände (nördlich des Großen Buddhas).
- Eintritt nur bar (300 Yen).
- Wiedereintritt ist nicht gestattet.
- Auf dem Gelände gibt es ein Café sowie einen Souvenirladen.
Kōtoku-in(高徳院)
Der Große Buddha von Kamakura befindet sich im Tempel Kōtoku-in. Er gehört – neben dem Großen Buddha von Nara – zu den berühmtesten Buddhadarstellungen Japans. Gleichwohl sind weder das genaue Gründungsjahr des Tempels noch der Name des Bildhauers oder die konkreten Umstände der Entstehung dieser monumentalen Statue bis heute eindeutig geklärt.
Der Große Buddha(大仏)
Die Statue entstand im 13. Jahrhundert. Sie ist 11,3 Meter hoch und wiegt etwa 121 Tonnen. Ursprünglich war sie in einer großen Halle (Daibutsuden:大仏殿) untergebracht. Diese wurde jedoch im Laufe der Zeit mehrfach durch Erdbeben und Tsunamis zerstört. Seit 1369 steht der Buddha nach den historischen Quellen unter freiem Himmel.
Hinter der Statue befinden sich vier große Lotusblätter. Der Buddha gilt als auf einer Lotusblüte meditierend, ein Sinnbild der Erleuchtung. Im 18. Jahrhundert existierte der Plan, den Sockel mit insgesamt 42 solchen Lotusblättern zu schmücken. Tatsächlich wurden jedoch nur vier ausgeführt, und das Projekt blieb unvollendet.
Die Bronzestatue ist innen hohl. Gegen eine Gebühr von 50 Yen (Stand 2026) kann man ihr Inneres besichtigen. Dort lassen sich die Guss- und Montagetechniken aus der Entstehungszeit studieren. Der Innenraum ist jedoch begrenzt; maximal 30 Personen dürfen sich gleichzeitig darin aufhalten. Die Statue wurde aus rund 30 einzelnen Segmenten gegossen, die anschließend von innen miteinander verschweißt wurden.
Die Metallanalyse zeigt eine Zusammensetzung von etwa 70 % Kupfer, 8 % Zinn und 22 % Blei. Diese Legierung entspricht nahezu derjenigen chinesischer Münzen jener Epoche. Dies legt nahe, dass große Mengen solcher Münzen als Rohmaterial für den Guss verwendet wurden. An der rechten Wange sind zudem Spuren von Gold nachweisbar – ein Hinweis darauf, dass die Statue ursprünglich vollständig vergoldet war.
Fundamentsteine
Archäologische Ausgrabungen haben bestätigt, dass der Große Buddha ursprünglich in einer Halle stand. Die Steine, die heute um die Statue herumliegen, sind die Fundamentsteine dieses Gebäudes; 58 von ihnen sind noch erhalten.
Das Große Kantō-Erdbeben
Beim Großen Kantō-Erdbeben von 1923 stürzte der Sockel des Buddha teilweise ein. Den Aufzeichnungen zufolge sank die Vorderseite des Sockels um etwa 30 Zentimeter ab, und die Statue selbst wurde um ungefähr 50 Zentimeter nach vorne verschoben. Durch Nachbeben im folgenden Jahr verschob sich der Sockel weiter, sodass der Buddha geringfügig nach hinten rückte. 1959 wurde schließlich eine umfassende Restaurierung durchgeführt, die zur heutigen Gestalt führte.
Der Buddha gilt als ein Wesen jenseits von Geschlecht und Geschlechterdifferenz. Dennoch weist die Statue deutlich Bartzüge auf, und in der japanischen Wahrnehmung gilt dieser Buddha als Idealbild männlicher Schönheit. Persönlich jedoch fällt mir immer wieder seine leicht gekrümmte, beinahe katzenartige Haltung ins Auge.