Informationen für Besucher
- Direkt neben dem Tempel befindet sich ein Bus- und PKW-Parkplatz.
- Auf dem Parkplatz gibt es Toiletten.
- Ein erneuter Eintritt ist nicht gestattet.
- Gleich links nach dem Eingang befinden sich Toiletten.
- Im Tempelgelände gibt es ein Café (direkt neben der Aussichtsplattform) sowie Getränkeautomaten auf der Plattform.
- Auf dem Parkplatz gibt es außerdem ein Café und einen Souvenirshop.
Gründung
Der Hasedera ist ein buddhistischer Tempel, der im Jahr 736 vom Mönch Tokudō Shōnin(徳道上人) gegründet wurde. Auch in der Präfektur Nara gibt es einen Hasedera, der vom selben Mönch errichtet wurde.
Der Tempel existierte bereits vor der Gründung des Kamakura-Shōgunats (1192), entwickelte sich jedoch besonders unter dessen Schutz.
Vor allem Hōjō Masako(北条政子), die Ehefrau des ersten Shōguns Minamoto no Yoritomo(源頼朝), besuchte den Tempel häufig, um für die Stabilität der Regierung zu beten, und unterstützte ihn auch finanziell.
Ihr Sohn, der dritte Shōgun Minamoto no Sanetomo(源実朝), wurde jedoch von seinem Neffen Kugyō(公暁) ermordet, sodass die Shōgun-Linie bereits nach drei Generationen endete. Die tatsächliche Macht ging danach an die Familie Hōjō über – ein historischer Ironie.
Die Gründungslegende
Der Mönch Tokudō schnitzte aus einem heiligen Kampferbaum zwei Statuen der elfgesichtigen Kannon(十一面観音). Eine stellte er in der Provinz Nara auf, die andere ließ er ins Meer treiben.
Diese Statue soll an der Küste von Kamakura angeschwemmt worden sein – zur Verehrung dieser Statue wurde der Hasedera von Kamakura gegründet.
Aussichtsplattform
In der japanischen Geschichte war Kamakura nur im 12. und 13. Jahrhundert Hauptstadt. Minamoto no Yoritomo wählte diesen Ort, weil seine Familie ihre Machtbasis im Osten Japans hatte und weil Kamakura geografisch sehr gut zu verteidigen war: Hügel im Norden, Osten und Westen sowie das Meer im Süden boten natürlichen Schutz.
Im Mittelalter konnte man Kamakura nur über schmale, künstlich angelegte Bergpässe (Kiritōshi:切り通し) erreichen – ein großer Vorteil für die Verteidigung. Viele dieser Wege sind bis heute in der Umgebung erhalten.

Kannon-Halle
Die Hauptgottheit des Hasedera ist die elfgesichtige Kannon (Avalokiteśvara). Die Statue ist 9,18 Meter hoch und gehört zu den größten hölzernen Buddha-Statuen Japans. Sie soll bereits 721 von Tokudō Shōnin geschaffen worden sein, auch wenn dies historisch nicht sicher belegt ist.

Amida-Halle
Die hier verehrte Amida-Buddha-Statue ist etwa 2,8 Meter hoch. Ursprünglich stand sie nicht im Hasedera. Einer Legende nach ließ Minamoto no Yoritomo sie im Alter von 42 Jahren zum Schutz vor Unglück errichten. Aufgrund ihres Stils wird sie heute jedoch eher ins 14. Jahrhundert datiert. Zunächst war sie in einem Tempel namens Seigan-ji aufgestellt, der heute nicht mehr existiert, und kam erst im späten 17. Jahrhundert hierher.

Sutra-Archiv
Im Inneren befindet sich ein drehbares Sutra-Regal (Rinzō), das buddhistische Schriften enthält. Wenn man dieses Regal einmal dreht, gilt dies symbolisch so, als hätte man alle Sutras gelesen und verstanden.

Karagaki-Inari Schrein
Auf dem Gelände befindet sich der Schrein Karagaki-Inari, der Austernschalen verehrt. Man glaubte, dass die Kannon-Statue von Austern nach Kamakura geführt wurde. Dass sich ein Shintō-Schrein innerhalb eines buddhistischen Tempels befindet, ist ein schönes Beispiel für die japanische religiöse Toleranz und Vermischung.

Benten-Höhle
Diese Höhle ist der Göttin Benzaiten, einer buddhistischen Schutzgottheit, gewidmet. Der berühmte Mönch Kūkai (Kōbō Daishi) soll hier im 9. Jahrhundert meditiert und die Statue geschaffen haben.
Die Decke ist stellenweise sehr niedrig. Die Höhle ist kreisförmig angelegt und kann in wenigen Minuten durchquert werden.

Shōin (Sutren-Schreibhalle)
Shakyō bedeutet, buddhistische Sutras Zeichen für Zeichen von Hand zu kopieren. Bevor es Drucktechnik gab, war dies die einzige Möglichkeit, die Lehren Buddhas zu verbreiten – daraus entwickelte sich diese meditative Praxis. Ein Shōin ist ein Ort, an dem Sutren kopiert werden..